Vereinswochenende in den Vogesen

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Am vergangenen Wochenende hatten wir mit unserem MTB Verein (RV Tempo Hirzweiler) eine Hütte in Le Hohwald gemietet um dort ein gemeinsames Wochenende zu verbringen und ein paar Trails unter die Stollen zu nehmen. Das Angebot wurde mit 38 Teilnehmern von jung bis alt (5 – 60+) sehr gut angenommen.

Ich entschloss mich, nach einem kurzen Blick auf die Landkarte um die Distanz zu peilen, mit dem Rad an- und abzureisen. Am liebsten wär ich mit dem Crosser gefahren, aber da uns dort feinste Trails erwarten sollten wäre es natürlich doof gewesen nicht mit dem MTB zu fahren. Die Distanz lag laut Strava Routenplaner von Saarbrücken aus bei etwa 150 km mit moderaten 1500 hm. Kurzfristig fand sich dann sogar noch ein Mitstreiter.

DIY Müsliriegel für das Wochenende in den Vogesen
Selbstgebackene Müsliriegel für das Wochenende in den Vogesen.

Wir starteten also freitags um 10 Uhr und planten, mit einen Stop in Sarrebourg, spätestens um 18 Uhr (zum Abendessen) an unserer Hütte zu sein. Das ganze lief auch wirklich wie geschmiert und wir kamen nach 7:34 h, genau 160 km und 1748 hm (Strava Activity) in Le Hohwald an. Die Route führte uns den Saar-Kohle-Kanal entlang bis an den Etang-du-Stock, von dort nach Sarrebourg, über den Col du Donon und Champ du Feu, schließlich nach Le Hohwald.
Mein persönliches Highlight des Tages (neben den Vogesen selbst natürlich): in Sarrebourg machten wir an einer Boulangerie/Pattiserie Halt um etwas zu essen. Beim aufsatteln kam die nette Verkäuferin aus dem Laden und reichte uns noch ein paar Mini-Brötchen für den Rest der Strecke <3
Merci beaucoup, Madame! 🙂

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Die Saarquelle am Anstieg des Col du Donon. Ein Stück Heimat mitten in Frankreich.

Am Samstag war dann eine MTB-Tagestour in zwei Gruppen zum Kloster Mont Sainte-Odile geplant. Wir starteten unsere Tour über den Champ du Feu (1099 m) und wurden direkt mit feinsten flowigen und z.T. felsigen Trails belohnt. Wie geil das dort ist!!
Am Kloster angekommen erwartete uns leider ein leichter Nieselregen, welcher die Aussicht ein wenig trübte. Nichts desto trotz war das Kloster ein schönes Ausflugsziel und dank exzellenter Planung unserer Guides schafften wir es sogar, dass beide Gruppen in etwa gleichzeitig dort eintrafen.
Wenns viel runter geht, muss es natürlich auch wieder hoch gehen und so standen nach dem Tag mit vielen geilen Trails dann auch knapp 1300 hm auf 50 km zu Buche (Strava Activity).

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Am Kloster Mont Saint-Odile.

Am letzten Tag mussten wir leider schon um 15 Uhr die Hütte verlassen. Da vorher noch Stuben- und Revierreinigung (das kenn‘ ich doch noch von irgendwoher?) auf dem Programm stand, blieb nur Zeit für eine kleine Abschlussrunde. Eigentlich wollte ich gar nicht mehr mitfahren, da ich ja noch den Heimweg vor mir hatte, aber ich war von den Trails rund um Le Hohwald so begeistert, dass ich dann doch noch ca. die Hälfte der Tour zur Cascade du Hohwald (und die Trails bis dorthin 😉 ) mitgenommen habe.
Von dort bin ich dann nochmal Richtung Champ du Feu und dann Richtung Heimat abgebogen. Auch wenn das Wetter nicht ganz ideal war und ich von den Vortagen ja schon einige Kilometer und Höhenmeter in den Beinen hatte, lief der Heimweg doch überraschend gut und ich war nach insgesamt 6:51 h, 173 km und knapp 1500 hm wieder in Saarbrücken (Strava Activity).

Cascades du Le Hohwald.
Cascades du Le Hohwald.

Auffällig und in Erinnerung geblieben sind mir – neben dem Spaß – v.a. aber auch die vielen Denkmäler, Gräber, Rehabilitationsanstalten für Militärs etc., an denen ich vorbeigefahren bin. Das Elsaß hat da in den letzten 100 Jahren doch einiges mitmachen müssen. Ich bin eigentlich der Meinung, dass wir fähig sind aus der Geschichte zu lernen.. ich hoffe, dass wir das tun und dass uns in Zukunft so ein Leid erspart bleibt. Deshalb hier auch nochmal Boris‘ hervorragender Beitrag zum Thema Europa.

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Friedhof am Rande von Sarrebourg für 13000 Soldaten die während des 1. Weltkriegs in Kriegsgefangenschaft gestorben sind.
...auf dem Rückweg kam ich an diesem Bauwerk vorbei. Zu Hause stellte sich heraus, dass sich hinter der Hecke das KZ Struthof befindet.
…auf dem Rückweg kam ich an diesem Bauwerk vorbei. Zu Hause stellte sich heraus, dass sich hinter der Hecke das KZ Struthof befindet.

Insgesamt war das Wochenende in den Vogesen sehr schön. Unsere Köche haben einen super Dienst getan, die Guides schöne Touren rausgesucht und die Gruppe hatte sehr viel Spaß zusammen. Der große Altersunterschied war meiner Meinung nach eine Bereicherung für die Fahrt und ich denke alle sind gestern zufrieden wieder daheim angekommen.

Wer also mal zum Mountainbiken (oder Rennradfahren) in die Vogesen will, dem kann ich die Gegend um Le Hohwald / Col du Donon sehr empfehlen.

Ein Gedanke zu „Vereinswochenende in den Vogesen“

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