Archiv der Kategorie: Literaturtipp

WATTSBEHIND Radsport-Leseliste

Puh, lange ist es her, dass ich hier was zu „Papier“ gebracht habe… Praktikum in Köln, Uni, gleichzeitig nahm die Mountainbike-Saison ihren Lauf. Da blieb wenig Zeit um sich auch noch viel überhaupt um den Blog zu kümmern. Das soll sich aber wieder ändern – hab ich mir jedenfalls fest vorgenommen!

In der Zwischenzeit habe ich immer mal wieder ein Buch in der Hand gehabt (und meist sogar darin gelesen). Daher, um wieder ins bloggen reinzufinden, möchte ich meine persönlichen Lieblingsbücher zum Thema Radsport teilen (Reihenfolge wahllos):

Faster (Michael Hutchinson)
Die sehr kurzweilige Geschichte von Michael Hutchinson – einem britischen Radprofi – über seine Suche nach mehr Speed auf dem Rad.

How Bad Do You Want It (Matt Fitzgerald) [deutsche Ausgabe]
Nicht ausschließlich Radsport, aber trotzdem sehr gut: Matt Fitzgerald zeigt in seinem Buch dass der Körper nur ein Aspekt im Sport ist. Siegen ist Kopfsache daher der treffende Titel für die deutsche Ausgabe. In diesem Buch geht es anhand schöner Beispiele darum mit welchen Tricks Athleten Spitzenleistungen aus ihrem Körper herausholen. Auf YouTube gibts übrigens auch eine Playlist in der alle Videos zu den Kapiteln zu finden sind.

My Time (Bradley Wiggins) [deutsche Ausgabe]
Aktuell ist Sir Bradley Wiggins ja etwas in die Kritik geraten. Dennoch ist sein Buch über den langen Weg zum Tour-Sieg 2012 und Olympia-Gold in London sehr kurzweilig und durchaus lesenswert.

Pro Cycling on 10$ a Day (Phil Gaimon)
Phil Gaimon ist Ex-Radprofi. In seinem Buch erzählt er witzig und z.T. sehr detailliert wie schwer es für ihn war den Sprung vom College-Fahrer über US-Profi zum Euro-Profi zu schaffen.
Mittlerweile ist Phil im Ruhestand und jagt professionell Strava-KOMs. Wie er sich schlägt kann man sich auf seinem YouTube-Kanal ansehen.

Racing Through The Dark (David Millar) [deutsche Ausgabe]
David Millar war der Spezialist für Prologzeitfahren und Englands „Pin-up-Boy“ Anfang der 2000er. Alles lief nach Plan, bis er 2003 des Dopings überführt wurde. In dem Buch erzählt er seine Geschichte von den Anfängen seiner Karriere, wie er zum Doping kam und seine Rehabilitation. Sehr ehrlich und sehr lesenswert!

 

Ich lese Bücher gerne in der Originalsprache, daher Verzeihung, dass hier nur englische Titel dabei sind. Die deutschen Übersetzungen habe ich (falls vorhanden) aber auch verlinkt und stehen den Originalen bestimmt in nichts nach.

Auf meiner persönlichen Leseliste steht auf jeden Fall noch  The Descent von Thomas Dekker, ein „Coming-out“-Buch zu seiner Zeit als Profi und Re:Cyclists: 200 Years On Two Wheels von Michael Hutchinson, ein Buch über die Geschichte des Fahrrads, dass – wenn es so geschrieben ist wie „Faster“ – sicher auch schönen britischen Humor beinhaltet.

Wenn es also hier schon nichts zu lesen gibt, dann besorgt euch eins (oder mehrere) der Bücher und macht es euch bei einem Glas Rotwein gemütlich 😉

PS: die Links zu den Büchern sind normale Amazon-Links. Kein Affiliate oder sonstwas.

Der Wille zur Kraft

Lupo / pixelio.de

Wozu ein Umzug manchmal gut ist… Der Wille zur Kraft von Christian Zippel ist ein Buch, dass sich eigentlich an Bodybuilder und Kraftsportler richtet. Ich habe mir das Buch gekauft, als ich vor ein paar Jahren eine zeitlang intensiv Krafttraining betrieben habe. Schon damals hat mir das Buch sehr gut gefallen. Bei meinem kürzlichen Umzug ist es mir wieder in die Hände gefallen und ich habe etwas darin gelesen. Dabei habe ich festgestellt, dass das Buch zwar für Bodybuilder und Kraftsportler geschrieben wurde, man das Geschriebene aber auch problemlos auf Ausdauersport bzw. viele anderen Bereiche des Lebens übertragen kann.

Christian Zippel ist promovierter Philosoph mit einer durchaus bemerkenswerten Historie im Bodybuilding/Gewichtheben/Krafttraining. Seine Ansätze sind ebenso radikal, wie auch simpel – und genauso ist auch das Buch.
Obwohl eigentlich Philosoph betrachtet Zippel den Sport aus vielen verschiedenen Blickwinkeln, beispielsweise aus Sicht der Psychologie, Sportwissenschaft oder Ökonomie.

Gespickt mit vielen anschaulichen Beispielen entsteht beim Leser nie Langeweile, sondern ganz im Gegenteil: Zippel schafft es immer wieder mit seinen Ansichten den Leser zu überraschen, zu motivieren und zugleich zum Nachdenken anzuregen.

„Du aber musst immer Deinen Zielen folgen und nicht der Masse“

Nach einer allgemein gehaltenen Einführung, in der es vorrangig um den Willen geht, folgen danach die 10 Gebote kompromissloser Leistungssteigerung. Diese sind nach Zippel:

  1. Holismus
  2. Beharrlichkeit
  3. Progressivität
  4. Konzentration
  5. Evolution
  6. Aggressivität
  7. Ernährungsbewusstsein
  8. Nachhaltigkeit
  9. Wissbegierigkeit
  10. Charakterstärke

„Erfolg ist nichts anderes als eine Konsequenz der richtigen mentalen Einstellung!“

Wie bereits erwähnt richtet sich das Buch ursächlich an Bodybuilder bzw. Kraftsportler, nichts desto trotz lassen sich die 10 Gebote auch wunderbar aufs Radfahren bzw. den Ausdauersport allgemein übertragen.

Wer wissen will, was es mit den Geboten auf sich hat, besorgt sich am besten das Buch. Denn ich kann das nicht annähernd so gut zusammenfassen, wie der Autor das formuliert hat. Zippel lädt seine Leser dazu ein auch mal über den Tellerrand hinaus zu blicken. Wer gerne seinen Horizont erweitern möchte, dem sei das Buch also wärmstens empfohlen.

Mir jedenfalls hat das erneute Lesen große Freude bereitet und mich zugleich an einige Dinge erinnert, die bei meinen Training noch zu verbessern sind.

„Worauf es jedoch wirklich ankommt, ist die Stärke, auch dann noch beharrlich zu bleiben, wenn man momentan nicht erfolgreich ist.“