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2018 in Yeahs!

Auch wenn es nicht immer so lief wie vorher gewünscht, gab es im vergangenen Jahr doch einige Highlights. Hier ein kleiner fotografischer Rückblick auf das vergangene Jahr:

Und natürlich darf auch der STRAVA-Jahresrückblick nicht fehlen. Auch hier wär natürlich mehr Konstanz schön gewesen, aber es kamen trotz allem dennoch ein paar Kilometer zusammen.

Danke 2018!
Danke an alle die 2018 zu einem ereignisreichen Jahr gemacht haben und mit denen ich eine gute Zeit verbringen durfte.

Auf das 2019 mindestens so gut wird wie 2018! 🙂

STRAVA Granfondo Challenge

Für 2018 hatte ich mir vorgenommen jeden Monat den jeweiligen STRAVA Granfondo zu absolvieren. Vor ein paar Jahren war die zu absolvierende Distanz noch unterschiedlich (z.B. 100 km im Januar, im Mai aber dann 140 km), mittlerweile wird man bei der Granfondo Challenge jeden Monat herausgefordert in einer Fahrt 100 km zu fahren.

Ich fand, dass das eine ganz nette Challenge ist, die mich in den nicht so schönen Monaten motivieren sollte längere Einheiten zu fahren.

Manchmal warens gerade nur so über 100 km, manchmal auch deutlich mehr. Am Ende des Jahres kann ich auf 11 erfolgreich abgeschlossene STRAVA Granfondos zurückblicken (einer steht noch aus). Jeder war – natürlich – irgendwie anders, deswegen gibts hier zu jedem Granfondo einen kurzen Satz und den Link auf STRAVA – nur um zu beweisen, dass auch wirklich alle abgeschlossen waren 😉

Januar: Scuderia Sunday
Der erste Granfondo des Jahres sollte nicht allein stattfinden und so besuchte ich den Radtreff der Scuderia Südstadt. Nicht weniger als 50 Leute – Männlein wie Weiblein – standen an dem doch frischen Sonntag morgens am Chlodwigplatz um gemeinsam radzufahren. Im Endeffekt war das eine kurzweilige Tour ins Bergische!

Februar: Klassikerwetter
Für den Februar hatte ich mir auf STRAVA eine Route zusammengeklickt die – erstmal aus Köln raus – wenig Ampeln und Kreuzungen versprach. Gleichzeitig relativ verkehrsarm – super Runde bei „Klassikerwetter“ im Februar…

März: ein Hauch von Frühling
…und weils so schön war hab ich die gleiche Runde im März nochmal als Granfondo unter die Räder genommen. Diesmal mit fast 10 °C Durchschnittstemperatur aber – nach dem kalten Winter – mit „frühlingshaften“ Temperaturen.

April: Selbstläufer in kurz/kurz
Das war 2018 die erste Fahrt in kurz/kurz – da waren die 105 km durch die Heimat einfach purer Genuß!

Mai: Grenzkontrollfahrt mit der Saarland-Crew
Einmal mit dem Fahrrad ums Saarland –  mit der besten Truppe die man sich vorstellen kann. Ein unvergesslicher Tag auf dem Rad!

Juni: Marathon DM Kirchzarten
Im Juni hab ich die Deutsche Marathon Meisterschaft als „Granfondo“ auserkoren. 117 km Marathon in Kirchzarten. Nicht den besten Tag erwischt, aber immerhin ein Häckchen bei der Granfondo-Challenge gemacht.

Juli: Sonntagsausflug ans Meer
Ebenfalls so ein unvergesslicher Tag auf dem Rad. Von Köln gings morgens um 4 los nach Den Haag – kurz ins Meer springen – und mit dem Zug wieder zurück. 

August: 24h Duisburg
zugegeben, das war vielleicht etwas geschummelt. Mein „Granfondo“ im August ist das 24h Rennen in Duisburg gewesen 😉

September: Köln – (fast) Bonn – Köln
Im September hat mich dann in diesem unfassbaren Sommer zum ersten Mal das schlechte Wetter so RICHTIG erwischt. Regen und „kalt“ von Anfang bis zum Schluss. Immerhin fand sich eine Mitstreiterin, was die Sache dann doch wenigstens kurzweilig machte.

Oktober: zum Cappucino nach Düsseldorf
Im Goldenen Oktober hatte ich wieder etwas mehr Glück mit dem Wetter. Ich entschied mich mal die Schicke Mütze in Düsseldorf anzufahren. Für den Cappucino und v.a. für das vorzügliche Stück Kuchen hat sich das definitiv gelohnt – auch wenn Radfahren in Düsseldorf mehr als abenteuerlich ist.

November: Koblenz – Köln
manchmal muss man sich zu seinem Glück….ranfondo zwingen. Das Wetter wurde – ca. 20 min nach dem Bild am Deutschen Eck – mehr als schlecht, ich hatte aber in weisser Voraussicht meinen Zug nur bis Koblenz gebucht um sicher zu gehen, dass ich den Granfondo auch mache 😉

Dezember: FESTIVE500
der Dezember-Granfondo steht – wie bereits erwähnt – noch aus. Eigentlich wollte ich diesen am 1. Advent absolvieren… da das Wetter aber so bescheiden war, dass ich nach einer Stunde auf dem Rad bereits durch & durch nass war, war ich ausnahmsweise vernünftig und habe den Granfondo in den FESTIVE500 Zeitraum geschoben. 

Abschließend muss ich sagen, ist die Granfondo-Challenge ganz nett als Motivation einen Tag (oder idealerweise ein Wochenende) mal ein paar mehr Kilometer zu sammeln als (für mich) üblich und ich werde das mit Sicherheit beibehalten und 2019 nochmal angehen.
Über den noch offenen Granfondo werde ich dann natürlich auch berichten, sobald abgeschlossen 😉

KOMmt mal alle klar, bitte!

Okay, die Headline ist kacke. Musste aber einfach sein. Irgendjemand muss auch die schlechten Wortspiele machen. Bitte!

Zum Thema: über STRAVA wird (zumindest in meiner Social-Media-Blase) momentan heiß diskutiert. Grund sind vor allem die Segmente und die zu ergatternden KOM-Krönchen.
So titelt CyclingClaude „Schwänze messen? Muss nicht sein!“ . Klingt erstmal sehr reißerisch. Der Beitrag liest sich dann schon etwas versöhnlicher. Claude argumentiert, dass er keine KOMs jagt, weil er mit 52 „kein  überragend schneller Radsportler“ mehr ist und dass Segmente der Genuß beim Radfahren beziehungsweise dem maximalen Trainingserfolg im Weg stünden.

Dem ersten Argument kann man natürlich nicht widersprechen – ohne zu wissen wie fit Claude so ist, aber das schreibt er ja selbst. Dass KOMs nicht gerade dazu verleiten gemütlich zu fahren sollte auch einleuchten. Aber dass sie dem Trainingserfolg nicht zuträglich sind kann ich persönlich nun gar nicht nachvollziehen.
Auf STRAVA-Segmenten habe ich mir gefühlt schon häufiger die Lichter ausgeschossen als in so manch anderem Intervall-Training. Es ist (für mich) einfach viel motivierender an einem harten, „umkämpften“ Segment nochmal ein paar Sekunden rauszuholen, als stur versuchen eine Leistung auf dem Garmin zu erreichen… und ob mein Intervall nun 3:28 min oder genau 4 min lang ist macht – so bilde ich mir ein – aufs ganze Jahr gesehen auch keinen Unterschied.

Aber gut. Jeder darf seine eigene Meinung haben.
Was mich eigentlich zu diesem Beitrag motiviert hat, war der KOMmentar von Arne Bischoff mit fünf Gründen gegen das ständige sich-vergleichen müssen beim pressedienst-fahrrad.

Erstmal sind es – wenn mans genau nimmt – keine fünf Argumente die aufgezählt werden, sondern maximal vier. Argument eins „KOM ist gefährlich“ und Argument zwei „KOM macht rücksichtslos“ sind inhaltlich faktisch identisch. Wer rücksichtslos unterwegs ist, gefährdet natürlich auch sich und andere.

Weiterhin ist der Kommentar schlecht recherchiert.
Die STRAVA-Heatmap zeigt nämlich nicht, wie von Herrn Bischoff dargelegt „gezeitete Segmente [die] nach Nutzungshäufigkeit farblich dargestellt werden“, sondern lediglich die Nutzungshäufigkeit auf den entsprechenden Wegen. Dass die Wahrscheinlichkeit, dass auf einer beliebten Strecke auch ein Segment ist, größer ist als auf Strecken auf denen nicht viel radgefahren wird, dürfte einleuchtend sein. Dennoch: die Karte zeigt erstmal nur wo überall auf der Welt Rad gefahren wird.  Dass durch das anlegen von Segmenten ein „Nutzungsdruck“ entsteht (Argument drei) ist meiner Meinung nach auch absurd. Nur weil irgend jemand in Buxtehude ein Segment anlegt fühle ich mich dadurch doch nicht genötigt dort hin zu fahren und den KOM zu jagen.

Das vierte Argument, dass KOMs Wegesperrungen verursachen finde ich hingegen sogar gut. In der Tat ist es wohl so – das hört man zumindest hin und wieder – dass Gemeinden auf Strava KOMs finden und diese Wege/Trails oder was auch immer anschließend zu sperren versuchen. Ganz kritisch ist das natürlich in Naturschutzgebieten… da muss ich Herrn Bischoff ausnahmsweise beipflichten. Das könnte noch zu einem Problem für Mountainbiker werden.

Sein letztes Argument „KOM essen Seelen auf“ ist aber wieder an den Haaren herbei gezogen. Sicherlich gibt es Leute, die ohne Rücksicht KOMs „jagen“ gehen und „kein Auge mehr für die Schönheit des Radfahrens“ haben. Andererseits ist der Radsport so Facettenreich, dass es ungefähr 1000 Möglichkeiten gibt die Liebe zum Sport zu würdigen. Ob bei einer gemütlichen Gruppenausfahrt oder in dem man sich ein virtuelles Krönchen erarbeitet spielt dabei doch nun wirklich keine Rolle. Es zwingt uns – Gott sei Dank – ja auch niemand alle auf dem gleichen „Einheitsrad“ zu fahren. Warum will Herr Bischoff uns dann zu gemeinsamen Gruppenausfahrten zwingen?

Selten habe ich mich in der letzten Zeit so über Artikel geärgert wie über die zwei genannten. Nicht nur, das schlecht recherchiert wurde, es wird zudem auch versucht dem Leser mit Scheinargumenten die Meinung des Autors aufzudrücken.

Phil Gaimon hingegen sieht in letzter Zeit durch sein Worst Retirement Ever wohl auch Anfeindungen ausgesetzt. In Worst Retirement Ever versucht Phil KOMs an berühmten Segmenten in den Vereinigten Staaten zu ergattern.

Viele sehen wohl gerne zu wie ein Profi KOMs „jagt“, einigen über-ehrgeizigen geht aber wohl auch das gegen den Strich und beschweren sich doch tatsächlich bei Phil, dass Profis bitte keine KOMs auf STRAVA zu fahren hätten – der Chancengleichheit wegen.
BITTE?

 

STRAVA ist – meiner Meinung nach – eine sehr gute Plattform. Zum einen um sein Training zu dokumentieren, zum anderen bieten die Challenges und KOMs einen sportlichen Anreiz sich in der „Community“ einzubringen.

Das mit steigender Nutzerzahl die Anzahl der Idioten steigt ist klar. Ein Idiot ist aber immer ein Idiot, egal ob auf dem Rad, im Auto, als Fußgänger, im Schwimmbad oder daheim auf der Couch. Das einzige was sich ändert ist: durch das hochladen auf STRAVA zeigt man auch „der Welt“ da draußen, dass man ein Idiot ist. Jeder möchte für sich größtmögliche Freiheit beanspruchen, aber niemand möchte anderen diese Freiheit für sich gewähren. Irgendwann knallt es dann halt auch mal. Durch STRAVA (bzw. das Internet im allgemeinen) bekommt das ein größeres Publikum mit als noch vor ein paar Jahren.

Ich weiß nicht was manchen Leuten durch den Kopf geht… aber: bitte KOMmt alle mal klar, ey!

Nehmt doch alle ein wenig Rücksicht aufeinander und gewährt anderen auch die Freiräume die ihr für euch selbst beansprucht.
Und, wenn ihr euch doch mal aufregen solltet: einfach aufs Rad setzen und ein Ründchen drehen. Danach ist es meistens auch schon gar nicht mehr so schlimm 😉