Alle Beiträge von Benjamin

Bikepacking Movie Night

Diese Woche fand im Odeon Kino in Köln die Bikepacking Movie Night statt. Wie man dem Titel schon entnehmen kann wurden dort verschiedene Bikepacking Filme vorgestellt/gezeigt. Am Ende des Abends hatte man eine kleine virtuelle Weltreise hinter sich gehabt und sehr viele verschiedene Eindrücke sammeln können. Von Japan über Amerika, Kanada, Peru bis Italien wurde eine große Diversität geboten. Die gezeigten Filme haben dabei einen schönen Einblick in die Welt des Bikepacking gegeben – und auch die durchaus sehr verschiedenen Herangehensweisen schön dargestellt. Schubladendenken scheint es beim Bikepacking jedenfalls nicht zu geben. Besser trifft es da der Spruch “jeder nach seiner façon”.

Die meisten der Filme gibt es auch online zu bestaunen. Wer also noch auf der Suche nach Motivation & Inspiration für 2020 ist – oder auch einfach auf ein paar spannende und unterhaltsame Reisen mitgenommen werden möchte – dem kann ich die Filme sehr ans Herz legen: danach würde man sich auf jeden Fall am liebsten direkt aufs Rad schwingen und losfahren 😉

Arigatou – A Cycling Film By Restrap

Inside the Tuscany Trail

Huascaran – Bikepacking Peru

Leider noch nicht online. Wird man aber zu gegebener Zeit hier finden: https://www.youtube.com/channel/UC2qnKnyGX6DW88829Lmj7xQ

The Frozen Road

California Golde

ZWIFT German Cycling Academy

Gestern bin ich zufällig bei rad-net über die Ankündigung zur German Cycling Academy gestoßen, welche laut Pressemitteilung am gestrigen Dienstag gestartet ist und in der “Winter-Saison” auf Zwift ausgetragen wird.
German Cycling was? fragen sich jetzt sicherlich einige. Berechtigt.

Ein kleiner Blick auf die Homepage offenbarte das Konzept der German Cycling Academy. Grob zusammengefasst:

man kooperiert mit Zwift und erhofft sich dadurch leistungsstarke, aber bisher unentdeckte Fahrer zu “sichten” um diesen dann die Möglichkeit zu geben sich auf Sichtungslehrgängen für das Nationaltrikot – im “richtigen Radsport” – auf der Straße bzw. auf der Bahn zu empfehlen.

Die German Cycling Academy setzt dabei auf die Expertise von Tim Böhme (Digital Headcoach), Florian Geyer (Digital Scoutingcoach) und Clemens Hesse (Bundestrainer Wissenschaft). Das Coaching-Team hat für den Zeitraum der GCA (bis 10.2.20) wöchentliche Workouts, Rennen und Gruppentrainings geplant um die Teilnehmer einerseits zu fordern, aber auch zu fördern: die Teilnahme an der GCA soll wohl gleichzeitig auch als Trainingsplan für den Winter dienen.

Damit schlägt der BDR und die GCA den gleichen Weg ein wie bereits die UCI, welche im Rahmen der Straßen-WM in Yorkshire bekanntgegeben hat, dass sie – ebenfalls per Kooperation mit Zwift – im nächsten Jahr die erste e-cycling Weltmeisterschaft austragen wollen. Details dazu gibt es allerdings bisher noch keine.

Daniel von coffee&chainrings hat dazu bereits seine Gedanken formuliert und sieht das ganze – nach anfänglicher Euphorie – nicht ganz unkritisch.

Ich finde den Schritt, den der BDR und die UCI gehen, erstmal löblich. Beide Verbände werden oft als rückständig, eingefahren und fortschrittskritisch bezeichnet. Mit der offiziellen Anerkennung von “e-Sports” als Teil des Radsports zeigen beide Verbände nun eine Offenheit gegenüber neuen Entwicklungen. Sicherlich natürlich nicht ohne Hintergedanken. E-Cycling ist, wie die diesjährige Eurobike gezeigt hat, ein riesiger Markt der natürlich auch beackert werden will. Der BDR erhofft sich natürlich durch die Präsenz bei Zwift auch Sportler in die Verbandsstrukturen zu bekommen die bisher lediglich in der “Jedermann-Szene” unterwegs waren.

Fraglich ist, wie e-cycling angenommen wird und welche Regeln es in dem Bereich geben wird. Im “richtigen” Radsport ist es einfach zu entscheiden wer gewonnen hat: der/die dessen Vorderrad als erstes über die Ziellinie gefahren ist. Beim e-cycling gibt es deutlich mehr Faktoren die das Ergebnis beeinflussen können. Einerseits ist da die Problematik der Validität von Powermetern: neben der normalen Serienstreuung bei der Messgenauigkeit von Powermetern und Smarttrainern wäre es z.B. auch denkbar das Powermeter zu hacken, so dass es immer 10 W mehr “misst”. Weiterhin gibt es  die Möglichkeit beim Gewicht zu flunkern und somit höhere relative Leistungswerte zu erreichen (worauf es in Zwift v.a. ankommt).

Eine Möglichkeit dies weitestgehend zu umgehen ist sicherlich die “offline” Austragung der Weltmeisterschaft, wie es im Winter 2018 ja bereits bei der KISS Superleague getan wurde (wo allerdings nur ein paar Fahrerinnen & Fahrer “offline” angetreten sind). Eine ganze Serie oder Qualifikation offline, mit gleichem Equipment zu veranstalten scheint bis dato aber utopisch.

Ich finde es spannend, dass sich die Verbände dem e-cycling öffnen und versuchen so Nachwuchs zu sichten. Man darf aber die genannten Probleme (und mit Sicherheit gibt es noch viel mehr die ich hier nicht bedacht/erwähnt habe) nicht unter den Teppich kehren. Ich bin daher gespannt wie der BDR bzw. die UCI das handhaben und mit welchem Regelwerk zukünftig e-cycling-Rennen veranstaltet werden.

Film ab! Radsport-Videosammlung

In der ersten Hälfte des Jahres gab es im Radsport bereits einige Highlights. Die Klassiker-Saison war mega spannend, MvdP hat im Pro-Peloton für irre viel Furore gesorgt und die ersten beiden Austragungen des MTB XCO World Cups in Albstadt und Nove Mesto waren ebenfalls super spannend. Abseits des Renngeschehens ist aber auch einiges an Filmmaterial aufgetaucht, welches das Prädikat “sehr sehenswert” unbedingt verdient hat.

Hier also ein kleiner Überblick über die besten Videos die 2019 bisher so zu bieten hatte:

#1 Outskirts III

Die Morton-Brüder sind wieder mal auf großer Reise gewesen: in Asien, sie treffen dabei auf einen sehr bekannten Radsportler… super cooler Film über einen eher “alternativen” Zugang zum Radsport.

#2 Danny Macaskill – Danny Daycare

Danny Macaskill hat sich ebenfalls mit einem sehr witzigen Video zurück gemeldet. In Danny Daycare nimmt er “Daisy” in seinem Anhänger mit zu einer MTB-Runde – im Macaskill-Style natürlich 😉

#3 MTB World Cup Albstadt

Die baulichen Änderungen an der Strecke haben vorab für viel Furore in der MTB-Szene gesorgt. Fahrer, Teams und Fans haben auf allen Social-Media-Kanälen die Änderungen kritisiert. Im Nachhinein haben die Änderungen, zumindest für mich als Zuschauer, die Rennen aber spannender gemacht. Eine super coole Zusammenfassung gibt es von RedBullTV:

#4 How The Race Was Won

Zum Abschluss noch eine ganze Serie von Videos die ich mir im Frühjahr immer sehr gerne angeschaut habe: die “How The Race Was Won”-Serie von Eurosport. In den HTRWW-Videos werden die Rennen (Strade Bianche, MSR, Flandern, Roubaix, L-B-L,…) nochmal mit einer kleinen Note Humor zusammengefasst und – wie der Titel vermuten lässt – dargestellt wie das Rennen gewonnen wurde. Mein Highlight ist das Lüttich-Bastogne-Lüttich-Video 😉