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ZWIFT German Cycling Academy

Gestern bin ich zufällig bei rad-net über die Ankündigung zur German Cycling Academy gestoßen, welche laut Pressemitteilung am gestrigen Dienstag gestartet ist und in der “Winter-Saison” auf Zwift ausgetragen wird.
German Cycling was? fragen sich jetzt sicherlich einige. Berechtigt.

Ein kleiner Blick auf die Homepage offenbarte das Konzept der German Cycling Academy. Grob zusammengefasst:

man kooperiert mit Zwift und erhofft sich dadurch leistungsstarke, aber bisher unentdeckte Fahrer zu “sichten” um diesen dann die Möglichkeit zu geben sich auf Sichtungslehrgängen für das Nationaltrikot – im “richtigen Radsport” – auf der Straße bzw. auf der Bahn zu empfehlen.

Die German Cycling Academy setzt dabei auf die Expertise von Tim Böhme (Digital Headcoach), Florian Geyer (Digital Scoutingcoach) und Clemens Hesse (Bundestrainer Wissenschaft). Das Coaching-Team hat für den Zeitraum der GCA (bis 10.2.20) wöchentliche Workouts, Rennen und Gruppentrainings geplant um die Teilnehmer einerseits zu fordern, aber auch zu fördern: die Teilnahme an der GCA soll wohl gleichzeitig auch als Trainingsplan für den Winter dienen.

Damit schlägt der BDR und die GCA den gleichen Weg ein wie bereits die UCI, welche im Rahmen der Straßen-WM in Yorkshire bekanntgegeben hat, dass sie – ebenfalls per Kooperation mit Zwift – im nächsten Jahr die erste e-cycling Weltmeisterschaft austragen wollen. Details dazu gibt es allerdings bisher noch keine.

Daniel von coffee&chainrings hat dazu bereits seine Gedanken formuliert und sieht das ganze – nach anfänglicher Euphorie – nicht ganz unkritisch.

Ich finde den Schritt, den der BDR und die UCI gehen, erstmal löblich. Beide Verbände werden oft als rückständig, eingefahren und fortschrittskritisch bezeichnet. Mit der offiziellen Anerkennung von “e-Sports” als Teil des Radsports zeigen beide Verbände nun eine Offenheit gegenüber neuen Entwicklungen. Sicherlich natürlich nicht ohne Hintergedanken. E-Cycling ist, wie die diesjährige Eurobike gezeigt hat, ein riesiger Markt der natürlich auch beackert werden will. Der BDR erhofft sich natürlich durch die Präsenz bei Zwift auch Sportler in die Verbandsstrukturen zu bekommen die bisher lediglich in der “Jedermann-Szene” unterwegs waren.

Fraglich ist, wie e-cycling angenommen wird und welche Regeln es in dem Bereich geben wird. Im “richtigen” Radsport ist es einfach zu entscheiden wer gewonnen hat: der/die dessen Vorderrad als erstes über die Ziellinie gefahren ist. Beim e-cycling gibt es deutlich mehr Faktoren die das Ergebnis beeinflussen können. Einerseits ist da die Problematik der Validität von Powermetern: neben der normalen Serienstreuung bei der Messgenauigkeit von Powermetern und Smarttrainern wäre es z.B. auch denkbar das Powermeter zu hacken, so dass es immer 10 W mehr “misst”. Weiterhin gibt es  die Möglichkeit beim Gewicht zu flunkern und somit höhere relative Leistungswerte zu erreichen (worauf es in Zwift v.a. ankommt).

Eine Möglichkeit dies weitestgehend zu umgehen ist sicherlich die “offline” Austragung der Weltmeisterschaft, wie es im Winter 2018 ja bereits bei der KISS Superleague getan wurde (wo allerdings nur ein paar Fahrerinnen & Fahrer “offline” angetreten sind). Eine ganze Serie oder Qualifikation offline, mit gleichem Equipment zu veranstalten scheint bis dato aber utopisch.

Ich finde es spannend, dass sich die Verbände dem e-cycling öffnen und versuchen so Nachwuchs zu sichten. Man darf aber die genannten Probleme (und mit Sicherheit gibt es noch viel mehr die ich hier nicht bedacht/erwähnt habe) nicht unter den Teppich kehren. Ich bin daher gespannt wie der BDR bzw. die UCI das handhaben und mit welchem Regelwerk zukünftig e-cycling-Rennen veranstaltet werden.

Cyclocross WM Valkenburg

Am vergangenen Wochenende fand in Valkenburg in der Provinz Limburg in den Niederlanden die Cyclocross WM 2018 statt. An zwei Tagen wurden in insgesamt fünf Rennen die Weltmeister(innen) für das Jahr 2018 gesucht.

Höhepunkt sollte das Rennen der Männer mit dem “Showdown” zwischen Wout van Aert und Matthieu van der Poel werden, welches im Endeffekt aber leider zu einem Solo-Ritt von Wout van Aert wurde. Dennoch war das gesamte Wochenende mit reichlich Frittjes, Bier, Schnee und Matsch gelungen.

Cyclocross genießt in BeNeLux einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland. Das wird vor allem deutlich, wenn man die Zuschauerzahlen betrachtet: 38.000 Menschen fanden an dem Wochenende den Weg nach Valkenburg. Die Stimmung war ausgelassen, aber sehr angenehm. In den Festzelten zwischen den Rennen fühlte man sich eher wie im Karneval – definitiv etwas, was man selbst mal erleben sollte.

Bis auf die Elite Rennen können alle anderen Rennen auf dem YouTube-Kanal der UCI nochmal in ganzer Länge angeschaut werden:

#crossiscoming

Zwar stehen mit der Marathon DM in Gruibingen und der Cross-Country WM in Cairns (Australien) noch zwei Mountainbike-Highlights – beides übrigens am Wochenende 9./10. September – auf dem Plan, aber ansonsten plätschert die Mountainbike-Saison doch so langsam aber sicher aus.

Ganz anders hingegen die Cyclocross-Saison. Immer häufiger finden sich in meinen Social-Media-Streams Beiträge zur bevorstehenden Cross-Saison. Wenn man z.B. auf Instagram den Hashtag #crossiscoming durchklickt oder sich die Profile der Profis anschaut, steigt zumindest bei mir bereits jetzt die Lust auf eine geile Cross-Saison!
Dazu passend habe ich diese Woche meinen Crosser aus seinem “Winterschlaf” befreit und fit für die Saison gemacht… ob ich den Crosser nur zum Training nutze oder vielleicht auch an dem ein oder anderen Rennen teilnehme werde ich wohl spontan entscheiden. Potentielle Termine sind jedenfalls schon im Kalender markiert. Aber egal wie, Bock macht jedenfalls beides!

Für die Pros beginnt der Weltcup – fast schon traditionell – im September in den USA, bevor die Saison dann ab Oktober in Europa weiter geht und ab November dann so richtig Fahrt aufnimmt. Hier die Termine des UCI Weltcups 2017/2018:

16./17. September: Jingle Cross Iowa City (USA)
24. September: Waterloo (USA)
22. Oktober: Koksijde (Belgien)
19. November: Bogense (Dänemark)
25. November: Zeven (Deutschland)
17. Dezember: Namur (Belgien)
26. Dezember: Heusden-Zolder (Belgien)
21. Januar: Nommay (Frankreich)
28. Januar: Hoogerheide  (Niederlande)
3./4. Februar: WM in Valkenburg (Niederlande)

Die Weltcup-Rennen können, wie gewohnt, auf dem YouTube-Kanal der UCI gestreamt werden.
Eine vollständige Liste aller UCI gelisteten Rennen findet sich bei cxmagazine.com.

Und zur Einstimmung noch ein paar Eindrücke von Instagram:

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#crossiscoming Eyes on the prize. Picture @jeffcurtes

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Tom Meeusen hat sich bereits Ende Juni auf die Cross-Saison gefreut!

Wer auch immer Kyle Mcnamee ist: geiles Rad!

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It's time for new bikes! #crossiscoming @trekbikes

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Die neuen Bikes der Telenet Fidea Lions gefallen auch sehr gut!

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#Smiles all the way! #crossiscoming

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Lars van der Haar mit sichtlich Spaß in den Backen beim Crosstraining.

…und beim Fotoshooting mit seinem Team – sich auf die neue Saison freuend 😀

Wenn das keine Lust auf Cross macht, was dann? 😉